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Tagestour: Naturpark Südheide - Im Reich der Heidschnucken

Wandergebiet W10 Naturpark Südheide: Im Reich der Heidschnucken


Die Wanderungen durch das Reich der Heidschnucken führen durch eines der schönsten Heidegebiete des Naturparks Südheide. Sie erschließen das Naturschutzgebiet "Heideflächen mittleres Lüßplateau". Hier verläuft auch der Heidepanoramaweg. Als Naturerlebnispfad informiert er über die alte Kulturlandschaft und die Tier- und Pflanzenwelt der Heide. Das landschaftlich eindrucksvolle Tiefental bietet einen besonderen Höhepunkt der Tour.


 

Ausgangspunkt:

Ausgangspunkt für die Wanderungen im Reich der Heidschnucken ist der Wanderparkplatz Misselhorner Heide an der Kreisstraße 17 bei Hermannsburg in Richtung Lutterloh, der 1,5 km vom Ortsschild Hermannsburg entfernt auf der rechten Seite liegt. Ein weiterer möglicher Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz am Eicksberg (Tiefental).


Kurze Tour: 1,2 km (Nord, vom Parkplatz Misselhorner Heide)

Kurze Tour: 2,0 km (Süd, vom Parkplatz Eicksberg (Tiefental)

Mittlere Tour: 7,6 km (Heide Panoramaweg)

Lange Tour: 13,0 km


Die drei Touren des Wandergebiete W10 sind mit dem abgebildeten Piktogramm beschildert. An Abzweigungen sind die kurzen Touren mit einem kleinen grünen Kreis gekennzeichnet, die mittlere Tour mit einem mittleren gelben Kreis und die lange Tour mit einem heidefarbenen großen Kreis.



Weitere Informationen und Tipps zu den Touren des Wanderparadieses Südheide finden Sie auch hier im Region Celle Navigator.



Wissenswertes zum Wandergebiet W10 "Im Reich der Heidschnucken"


Die Heidschnucke

Es wird vermutet, dass Heidschnucken von den auf Sardinien und Korsika beheimateten Mufflons abstammen. Heidschnucken waren einst von der Bretagne bis nach Sibirien verbreitet und blieben als Nutztierrasse vor allem in der Lüneburger Heide erhalten. Die Tiere begnügen sich mit karger Kost wie dem Heidekraut. Sie sind so robust, dass sie auch im Winter auf der Heide weiden.


In Norddeutschland lassen sich drei Rassen unterscheiden. Die weiße gehörnte Heidschnucke ist hauptsächlich im Weser-Ems- Raum beheimatet. Die weiße hornlose Schnucke oder Moorschnucke kommt in den Moorgebieten im Raum Diepholz vor und die graue gehörnte Heidschnucke auf den trockenen Flächen der Lüneburger Heide.


Das Haar der grauen gehörnten Heidschnucke ist gräulich und lang. Beine, Schwanz und Kopf sind schwarz. Die Lämmer werden komplett schwarz geboren und bekommen erst im zweiten Jahr das typisch graue Fell. Beide Geschlechter tragen Hörner. Zur Zeit der Heidebauernwirtschaft im 19. Jahrhundert verfügte ein Heidehof in der Regel über 500 bis 700 Heidschnucken.


Die Heidebauernwirtschaft

Die ehemals weitläufigen Heidelandschaften der Lüneburger Heide waren ein Produkt der historischen Heidebauernwirtschaft, die sich aus Ackerbau und der Haltung von Heidschnucken zusammensetzte. Die nährstoffarmen Sandäcker der Region konnten nur dann ausreichende Erträge abwerfen, wenn sie eine regelmäßige Nährstoffzufuhr erhielten. Da bis in das 19. Jahrhundert hinein keine mineralischen Dünger zur Verfügung standen, wurden die Heideflächen als Nährstoffquelle genutzt.


Hier kam den Heidschnucken eine besondere Bedeutung zu. Sie dienten nicht nur der Produktion von Wolle und Fleisch, sondern erzeugten auch wertvollen Stalldung, mit dem die Äcker gedüngt werden konnten. Die Herden wurden jeden Abend in die Ställe getrieben. Die Heidschnucken setzen ihren Dung nicht während des Weidegangs ab, sondern nur während der Rastzeiten. Auf diese Weise konnte der wertvolle Dünger in den Ställen gesammelt werden.


Gemähtes Heidekraut diente als Einstreu für die Ställe. Auch Heideplaggen wurden in den Schafställen ausgelegt. Um die Plaggen zu gewinnen, wurden die Heidepflanzen samt der obersten Bodenschicht mit einer Plaggenhacke, der Twicke, flach abgeschält. Auf diese Weise kamen mit Heidekraut und Humus zusätzliche Nährstoffe in den Stall und schließlich auf die Äcker. Dort konnte nach einer Düngung mehrere Jahre hintereinander Roggen angebaut werden. Bei sinkendem Ertrag wurde ein Jahr lang der genügsamere Sandhafer und darauf ein Jahr Buchweizen angebaut. Es folgte eine mehrere Jahre währende Brachephase, in der die Fläche beweidet wurde. Nach etwa zehn Jahren konnte der Acker wieder bestellt werden, nachdem er erneut mit Plaggenmist aus dem Stall gedüngt worden war.


Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Importe von Schafwolle aus Übersee in Konkurrenz zur heimischen Produktion traten und Mineraldünger für den Ackerbau zur Verfügung stand, verlor die Schafhaltung in Mitteleuropa an Bedeutung. Mit dem Ende der historischen Heidebauernwirtschaft und dem Einsetzen umfangreicher Aufforstungen verschwand mehr und mehr die typische Heidelandschaft in der Lüneburger Heide. Heute wird versucht, mit Hilfe von Pflegemaßnahmen die verbliebenen Heideflächen zu erhalten.

Bilderstrecke

  • Piktogramm zum Reich der Heidschnucken
  • Heidelandschaft
  • Wandern durch Heide und Wald
  • Station am Heide Panoramaweg
  • Treppenspeicher am Wegesrand
  • Heidschnucken
  • Wegweiser im Reich der Heidschnucken

Bewegen Sie die Bilder mit Hilfer der Pfeiltasten nach links oder rechts und klicken Sie auf eines der Bilder, um eine größere Version des Bildes zu sehen

Etappen

Kurze Tour Nord (1,2 km ) Im Reich der Heidschnucken

Eine kurze Tour um einen kleinen Eindruck der Heidelandschaften bei Misselhorn zu bekommen beginnt am Parkplatz Misselhorner Heide an der Kreisstraße 17, die von Hermannsburg in Richtung Lutterloh führt. Der

Kurze Tour Süd (2,0 km ) Im Reich der Heidschnucken

Die südliche kurze Tour beginnt am Parkplatz Eicksberg / Tiefental, der über Oldendorf und die Landesstraße 281 Richtung Eschede zu erreichen ist. Vom Parkplatz aus geht es in südlicher Richtung

Heide Panoramaweg "Im Reich der Heidschnucken" (mittlere Tour, 7,6 km)

Die mittlere Tour im Reich der Heidschnucken ist der Heide Panoramaweg. Auf diesem Weg durchqueren Sie auf etwa 7,6 km Länge die landschaftlich reizvollen Heidegebiete der Misselhorner Heide und des

Lange Tour (13,0 km) Im Reich der Heidschnucken

Der Ausgangspunkt für die lange Tour im Reich der Heidschnucken ist der Parkplatz Misselhorner Heide. Die lange Tour durchquert auf 13 Kilometern die Heideflächen der Misselhorner Heide und des Tiefentals

Unterkünfte entlang der Tour

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