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Tagestour: Naturpark Südheide - Kieselgur, das Gold der Heide

Wandergebiet W5 Naturpark Südheide: Kieselgur – Das Gold der Heide


Die Touren zum Gold der Heide beginnen am Wanderparkplatz "Oberhohe" und führt über ausgedehnte Heideflächen durch das ehemalige Kieselgur-Abbaugebiet Oberohe und zum Kieselgur-Erlebnispfad im Ferienpark Heidesee. Die zahlreichen Kieselgurgruben am Wegesrand geben Zeugnis von der Abbaugeschichte des Gebietes. Allerdings muss man etwas genauer hinsehen, denn die Natur hat sich längst die größten Flächen zurück erobert: Naturnahe Teiche oder ehemalige Abbaugruben, die bereits mit Wald bestanden sind. Dadurch ergibt sich ein interessanter Wechsel aus Gewässern mit angrenzenden Feuchtbiotopen und sandigen Trockenstandorten. Letztere weisen ausgedehnte Heiden und Borstgrasrasen auf, die sich mit lichten hutewaldartigen Birkenwäldern und Kiefernbeständen abwechseln. Die Heideflächen werden regelmäßig von einer Heidschnuckenherde beweidet, die in Niederohe beheimatet ist. Das Zurückerobern der Natur lässt sich an den Abbaugruben sehr anschaulich beobachten. Häufig erschwert schon dichter Kiefernaufwuchs den Einblick in die Gruben. Innerhalb der offenen Landschaft ist daher heute nur noch ein Teil des Abbaugebietes zu erleben. In den Wäldern der Umgebung befinden sich weitere Abbaugruben.



 

Ausgangspunkt:

Vom Parkplatz Oberohe beginnen 3 verschieden lange Wandertouren.

Anfahrt zum Parkplatz Oberohe:

Den Parkplatz "Oberohe” erreicht man über die L 280 Müden

(Örtze) Richtung Unterlüß. Nach ca. 8,5 km geht es in Oberohe

rechts ab zum Parkplatz Oberohe.

Position: N 52° 52.12161', E 010° 13.54780'


 

Nördlich der Landesstraße 280 kann die Tour jeweils auf den mit Informationstafeln versehenen Kieselgur-Rundweg ausgedehnt werden. Dieser führt teilweise über das Gelände eines Campingplatzes, der über einen eigenen Parkplatz verfügt und somit auch gesondert angefahren werden kann.


Kurze Tour: 3,2 km

Mittlere Tour: 4,2 km

Lange Tour: 6,6 km ohne Lehrpfad

Lehrpfad: 4,2 km


Die Touren des Wandergebiete W5 sind mit dem abgebildeten Piktogramm beschildert. An Abzweigungen ist die kurze Tour mit einem kleinen grünen Kreis gekennzeichnet, die mittlere Tour mit einem mittleren gelben Kreis und die lange Tour sowie der Lehrpfad mit einem heidefarbenen großen Kreis.



Weitere Informationen und Tipps zu den Touren des Wanderparadieses Südheide finden Sie auch hier im Region Celle Navigator.



Wissenswertes zum Wandergebiet W5 "Kieselgur – Das Gold der Heide"


Kieselgur

Mit der Bezeichnung Gur (von gären) wurde früher eine "feuchte, aus dem Gestein ausgärende Masse" beschrieben. Kieselgur entstand durch die Ablagerung mikroskopisch kleiner fossiler Schalenreste von Kieselalgen (Diatomeen), die vor mehreren hunderttausend Jahren während der Zwischeneiszeiten in Gewässern lebten. Aus den Ablagerungen entstanden mehrere Meter mächtige Sedimentschichten. Diese Schichten bildeten ursprünglich den Grund der Gewässer. In der Folgezeit wurden diese Schichten von Sand überdeckt. Die fossilen Schalenreste der Kieselalgen bestehen überwiegend aus Siliziumdioxid und besitzen eine sehr poröse Struktur. Damit ist das Material in der Lage, relativ große Mengen an Feuchtigkeit aufzunehmen. Daraus ergeben sich zahlreiche industrielle Nutzungsmöglichkeiten, die schon im 19. Jahrhundert zum Abbau der Kieselgur führten.


Die Kieselgurgruben

Als die Kieselgur zufällig bei Brunnenbohrarbeiten im Jahre 1836 bei Niederohe entdeckt wurde, lagen die Höfe dort noch sehr weltabgeschieden inmitten großer Heideflächen. Ein Lüneburger Chemiker, dem eine Probe dieser weißen Erde geschickt wurde, meinte verächtlich: "Dat olle Tüg is tau niks tau bruken." (Das alte Zeug ist zu nichts zu gebrauchen.) Es wurde sogar versucht, das weiße Mehl zum Backen von Pfannkuchen zu verwenden, die aber sehr schwer verdaulich und ungenießbar gewesen sein sollen.


Verwendungsmöglichkeiten für die Gur wurden erst einige Jahre später erkannt. Der Kaufmann Berkefeld, Begründer der Filterfabrik in Celle, erwarb einen Teil der Lagerstätten und eröffnete 1869 sein erstes Werk in Niederohe. Um 1930 gab es im Raum Unterlüß insgesamt sechs Werke. Kieselgur fand nun eine vielseitige Verwendung beispielsweise bei der Herstellung von Trinkwasserfiltern, für die sichere Lagerung von Nitroglyzerin, zur Klärung bei der Bier- und Weinbereitung sowie für Reinigungsmittel, Puder und Pasten.


Die Kieselgur war von Kiesen und Sanden der letzten Eiszeit mit einer Mächtigkeit von 4 bis 10 m überdeckt. Dies ermöglichte einen Abbau im Tagebau. Die Kieselgurlagerstätten werden in drei Ablagerungsschichten unterteilt: Die "Weiße Gur" ist die oberste Schicht. Sie lagert stellenweise auch unmittelbar unter der Erdoberfläche. Mit drei bis fünf Prozent enthält sie sehr wenig organische Bestandteile. In den Anfangsjahren wurde nur die Weiße Gur abgebaut. Der "Grauen Gur" wurden in späterer Zeit durch Brennen die organischen Bestandteile entzogen. Dadurch konnte auch die unterste Schicht, die "Grüne Gur", abgebaut und genutzt werden. Sie enthielt den höchsten Anteil organischer Bestandteile und befand sich im Bereich des Grundwasserspiegels.


Ein großes Umweltproblem beim Abbau der Kieselgur stellte das Grundwasser dar, das sich in den Gruben ansammelte. Das Einleiten des extrem sauren Grubenwassers in den einst fischreichen Sothriethbach verwandelte diesen über weite Strecken in ein totes Gewässer. Auch führten die aus den Brennschuppen entweichenden schwefelsauren Dämpfe durch ihren stechenden Geruch zu einer Belästigung der Bevölkerung der umliegenden Ortschaften.


Der heimische Kieselgurabbau wurde eingestellt, als der Abbau unrentabel wurde, da die Gur günstiger eingeführt werden konnte. Endgültig endete der Abbau in Norddeutschland im Jahre 1994.

Bilderstrecke

  • Kieselgur-Teich bei Oberohe
  • Oberoher Heide
  • Heidschnuckenherde in der Oberoher Heide
  • Heidschnuckenherde auf der Oberoher Heide
  • Blick auf die blühende Heidefläche
  • Baum in der Oberoher Heide
  • Kieselgur-Teich
  • Wanderpiktogramm Wanderweg Kieselgur

Bewegen Sie die Bilder mit Hilfer der Pfeiltasten nach links oder rechts und klicken Sie auf eines der Bilder, um eine größere Version des Bildes zu sehen

Etappen

Kurze Tour (3,2 km) Kieselgur – Das Gold der Heide

Die kurze Tour mit 3,2 km führt Richtung Neuohe durch ausgedehnte Heideflächen und Borstgrasrasen und entlang von hutewaldartig aufgelichteten Birkenwäldern. Schon bald sind die Spuren des Kieselgurabbaues in Form von

Mittlere Tour (4,2 km) Kieselgur – Das Gold der Heide

Die mittlere Tour umfasst 4,2 km schließt die Höhepunkte der kurzen Tour ein, führt aber etwas weiter nach Süden bis zu einem von Altensothrieth kommenden Weg. Auf diese Weise kann

Lange Tour (6,6 km) Kieselgur – Das Gold der Heide (ohne Lehrpfad)

In der langen Tour mit 11,4 km sind 4,1 km für den Besuch des Lehrpfades enthalten. Die Tour führt noch weiter nach Süden durch den Kiefernwald der Süllfuhren. Nachdem dieser

Lehrpfad (4,2 km) Kieselgur – Das Gold der Heide

Der Kieselgur-Rundweg befindet sich nördlich der Landesstraße 280. Der dortige Lehrpfad führt um das Freizeitgelände mit Campingplatz von Oberohe herum und vermittelt auf Schautafeln und mit Hilfe von Objekten aus

Unterkünfte entlang der Tour

Ferienhaus Venezia

Faßberg

Der Ferienpark Heidesee liegt zentral in der Lüneburger Heide, mitten im Naturpark Südheide. Von hier sind die zahlreichen Freizeit- und Wildparks in der Lüneburger Heide gut zu erreichen. Im nahegelegenen

Ferienhof Kuchemüller

Unterlüß

Nachdem Sie ca. 300 m auf der Kopfsteinpflasterstraße entlang gefahren sind, finden Sie den Ferienhof Kuchemüller als zweites Anwesen auf der linken Seite.

Online buchbar

Engelhof

Faßberg

Das Domizil ist ein hervorragender Startpunkt für Wandertouren ins Wanderparadies Südheide oder um mit dem Fahrrad den Naturpark Südheide zu erkunden. In unmittelbarer Nähe verläuft z.B. der Heidschnuckenweg. Zu uns

Online buchbar

Anschlussrouten an die Tour

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